Weiterbildungsgeld bei Bildungskarenz oder Freistellung gegen Entfall der Bezüge

Für wen ist die Förderung gedacht?

ArbeitnehmerInnen können zu Weiterbildungszwecken - unter bestimmten Voraussetzungen - mit ihren ArbeitgeberInnen eine Bildungskarenz vereinbaren.

Voraussetzungen

  • Als ArbeitnehmerIn mindestens 6 Monate  ununterbrochen bei dem/der selben DienstgeberIn beschäftigt .Die Beschäftigung muss über der Geringfügigkeitsgrenze liegen (415,72 € 2016)
  • Als Beschäftigte in einem Saisonbetrieb müssen Sie vor Antritt der Bildungskarenz in den letzten 4 Jahren 6 Monate bei dem/der selben DienstgeberIn gearbeitet haben. Direkt vor Antritt der Bildungskarenz müssen drei Monate durchgehender Beschäftigung an diesem Saisonarbeitsplatz nachgewiesen werden können.
  • Die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme muss ein Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden, bei Personen mit Betreuungspflichten für Kinder bis zum vollendeten sieben Lebensjahr, für die keine längere Betreuungsmöglichkeit besteht, mindestens 16 Wochenstunden betragen.
  • Die Firma hat mit dem/der Beschäftigten eine Bildungskarenz oder eine Freistellung gegen Entfall der Bezüge auf Grundlage des Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetzes (AVRAG) oder gleichartiger bundes- oder landesgesetzlicher Bestimmungen vereinbart
  • Innerhalb von vier Jahren kann insgesamt längstens ein Jahr Weiterbildungsgeld bezogen werden. Ein Bildungsblock muss jedoch mindestens zwei Monate umfassen.
  • Erfüllung der Anwartschaft auf Arbeitslosengeld.
  • Bei der "Freistellung gegen Entfall der Bezüge" muss das Unternehmen eine Ersatzarbeitskraft über der Geringfügigkeitsgrenze einstellen, die davor Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen hat
  • Einkommensgrenzen bei Zusatzverdienst
  • Eine neuerliche Bildungskarenz kann erst nach vier Jahren ab Beginn der vorangegangenen Karenz vereinbart werden.

  • Hinweis: Auch freie Dienstnehmer/-innen können eine Bildungskarenz vereinbaren. Beamte und Beamtinnen haben diese Möglichkeit nicht. Auskunft über deren eigene Regelungen zur Bildungskarenz für Bundes-/Landes- und Gemeindebedienstete erteilt die jeweilige Personalvertretung

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des AMS:
http://www.ams.at/service-arbeitsuchende/finanzielles/leistungen/weiterbildungsgeld

Was wird gefördert?

Aus- und Weiterbildung, Kursbesuch, Nachholen von Schul- und Studienabschlüssen

Wie wird gefördert?

Monatliche Auszahlung

Für durchgehenden Bezug muss auch die Weiterbildung durchgehend sein.

Wie hoch ist die Förderung?

  • Das Weiterbildungsgeld gebührt in der Höhe des fiktiven Arbeitslosengeldes, mindestens jedoch in der Höhe des Kinderbetreuunggeldes (14,53 € täglich).
  • Die geförderten Personen sind außerdem kranken- und unfallversichert.
  • Zeiten einer Bildungskarenz werden seit 2005 bei der Pensionsermittlung berücksichtigt.
  • Bei der Berechnung von arbeitsrechtlichen Ansprüchen, die durch die Dauer des Arbeitsverhältnisses bestimmt sind (z.B. Abfertigungsansprüche) werden Zeiten der Bildungskarenz nicht mitgezählt.
  • Zuverdienst möglich bis zur Zuverdienstgrenze. (Informieren Sie sich bitte bei Ihrer/m AMS-BeraterIn über die zulässigen Einkommens- bzw. Umsatzgrenzen.)

Kombinationsmöglichkeiten

  • Weiterbildungsgeld kann auch in Kombination mit besonderer Schulbeihilfe in Anspruch genommen werden, reduziert aber die Höhe der besonderen Schulbeihilfe. Rechenbeispiel dafür siehe auf den der Seite der AK OÖ.
  • Weiterbildungsgeld kann ebenso in Kombination mit dem Kinderbetreuungsgeld beansprucht werden. Allerdings setzt dies voraus, dass die Elternkarenz beendet und eine Bildungskarenz vereinbart wurde.
  • Im Hinblick auf das SelbsterhalterInnenstipendium für ordentliche Studierende gelten Zeiten einer Bildungskarenz als Zeiten des Selbsterhalts, sofern das Einkommen im betreffenden Jahr mindestens Euro 7.272,- betragen hat.
  • Sie können Bildungskarenz einem Zeitraum von vier Jahren mit Bildungsteilzeit kombinieren. Wenn Sie beim selben Arbeitgeber bleiben ist nur ein einmaliger Wechsel zwischen den beiden Varianten möglich. Sie können von einer Freistellung gegen Entfall der Bezüge auf eine Bildungskarenz oder Bildungsteilzeit einmal wechseln. Der umgekehrte Weg von Bildungskarenz (oder Bildungsteilzeit) auf eine Freistellung gegen Entfall der Bezüge ist beim selben Arbeitgeber nicht möglich.

Wichtige Termine

Die Antragstellung sollte frühestens drei Wochen vor gewünschtem Beginn der Bildungskarenz erfolgen.

Es bleibt dabei den AntragstellerInnen überlassen, ob sie das Jahr zur Gänze durchgehend in Anspruch nehmen wollen – was dazu führt, dass sie in den darauf folgenden 3 Jahren keine weitere Bildungskarenz konsumieren können - oder ob Sie die 12monatige Bildungskarenz innerhalb des Vierjahreszeitraumes in Teilen verbrauchen wollen. Bei letzter Variante muss beachtet werden, dass jeder einzelne Teil zumindest 2 Monate andauern muss.

Gültigkeit der Förderung

Sie müssen die erfolgreiche Teilnahme an der Aus- oder Weiterbildung nachweisen  z.B. mit Zeugnissen oder Kursbesuchsbestätigungen.
Seit 1. Juli 2013 gilt das  auch bei einem Studium gilt: Hier braucht es für den Weiterbezug des Weiterbildungsgeldes den Nachweis über Prüfungen über 4 Semesterwochenstunden oder im Ausmaß von 8 ECTS pro Semester oder bei Abschlussarbeiten wie z.B. einer Diplomarbeit eine Bestätigung über den Fortschritt, oder eine Bestätigung über die Vorbereitung auf eine abschließende Prüfung. Wenn Sie den Nachweis nicht erbringen, kann das AMS das Weiterbildungsgeld einstellen und im Extremfall sogar zurückfordern!

Aktuelle Informationen finden Sie unter http://www.ams.or.at/sfu/14181.html

Hinweis zum Kündigungsschutz

  • Eine Kündigung, die wegen einer beabsichtigten oder tatsächlichen in Anspruch genommenen Bildungskarenz ausgesprochen wird, kann bei Gericht angefochten werden.
  • Wird das Arbeitsverhältnis während der Bildungskarenz aus anderen Gründen rechtmäßig durch Kündigung des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin beendet, so läuft das Weiterbildungsgeld für die vereinbarte Dauer dennoch weiter.

Vorgehensweise

  • Vereinbarung mit dem Unternehmen
  • Bescheinigungen vom Dienstgeber ausfüllen und unterschreiben lassen
  • Persönliche Beantragung beim AMS.  Das Weiterbildungsgeld kann nur mittels persönlicher Vorsprache bei der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice beantragt werden. Welche Geschäftsstelle des AMS jeweils zuständig ist, richtet sich nach dem Wohnsitz des Antragstellers bzw. der Antragstellerin.
  • Die Antragstellung sollte frühestens drei Wochen vor gewünschtem Beginn der Bildungskarenz erfolgen.

Hinweis:
Zur Vorbereitung Ihres Vorhabens können Sie den Online-Ratgeber des AMS nutzen.

Kontakt

Ansprechpartner sind die regionalen Geschäftsstellen des AMS:
Verzeichnis

Aktuelle Infos zum Weiterbildungsgeld des AMS finden Sie auf http://www.ams.or.at/sfu/14181.html.

In einigen Bundesländern gibt es auch die Förderung Bildungskarenz Plus (siehe Abfrage oder Überblick).

Die Informationen wurden zuletzt am 5.1.2016 mit der Webseite des AMS abgeglichen.

Weitere Förderungen des AMS für Arbeitssuchende.