Studienbeihilfe

Für wen ist die Förderung gedacht?

Anspruch auf Studienbeihilfe haben österreichische StaatsbürgerInnen sowie „gleichgestellte AusländerInnen und Staatenlose“ (§ 4 StudFG).

Hinweis: Wer unter welchen Voraussetzungen gleichgestellt werden kann, ist auf Grund der Komplexität des Themas und der raschen Änderung der Rahmenbedingungen (Judikatur des EuGH) nicht möglich. Für detaillierte Informationen im Einzelfall ist daher eine Kontaktaufnahme mit der zuständigen Stipendienstelle unumgänglich!

Grundsätzlich gilt Folgendes:

  • EWR-BürgerInnen sind gleichgestellt, wenn sie selbst oder ein Elternteil „WanderarbeitnehmerInnen“ sind oder wenn vor Studienbeginn bereits eine ausreichende „Integration in das österreichische Bildungs- oder Gesellschaftssystem“ bestanden hat.
  • Drittstaatsangehörige sind gleichgestellt, wenn sie sich bereits ausreichend lange „ununterbrochen und rechtmäßig“ in Österreich aufhalten.
  • Staatenlose müssen für die Gleichstellung vor Studienbeginn bereits mindestens fünf Jahre gemeinsam mit einem Elternteil in Österreich unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig gewesen sein.
  • Konventionsflüchtlinge benötigen für die Gleichstellung den Nachweis der Flüchtlingseigenschaft (Pass, Bescheid).

Unter diesen Voraussetzungen können folgende Personen Studienbeihilfe beziehen:

  • ordentliche Studierende an österreichischen Universitäten und Universitäten der Künste
  • Studierende an einer in Österreich gelegenen Theologischen Lehranstalt
  • ordentliche Studierende an österreichischen Fachhochschul-Studiengängen
  • ordentliche Studierende an österreichischen öffentlichen oder anerkannten privaten Pädagogischen Hochschulen
  • ordentliche Studierende an mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Konservatorien
  • Studierende an medizinisch-technischen Akademien und an Hebammenakademien

Außerdem können unter bestimmten Voraussetzungen Studierende an Bildungseinrichtungen, die nach dem Universitäts-Akkreditierungsgesetz als Privatuniversitäten akkreditiert sind, sowie Studierende an südtiroler Fachhochschulen und Universitäten Studienbeihilfe beziehen, soweit es sich aus der dafür erforderlichen Verordnung der zuständigen Bundesministerin ergibt.

Für Studien bzw. Ausbildungen an sonstigen Bildungseinrichtungen, für außerordentliche Studierende und für TeilnehmerInnen an einem Universitätslehrgang besteht kein Anspruch auf Studienbeihilfe.

siehe auch Wer hat Anspruch

Voraussetzungen

Der/die Studierende

  • muss sozial förderungswürdig sein. Bestimmungsfaktoren der sozialen Förderungswürdigkeit sind Einkommen, Familienstand und Familiengröße. Mit Hilfe dieser Faktoren wird auch die Höhe der Studienbeihilfe errechnet.
  • muss einen günstigen Studienerfolg nachweisen. Für das erste oder die ersten beiden Studiensemester ist die Aufnahme als ordentlicher Studierender nachzuweisen. Jedoch müssen in der Antragsfrist für das dritte Semester (zweite Ausbildungsjahr) Studienerfolgsnachweise vorgelegt werden; ansonsten ist die erhaltene Studienbeihilfe zurückzuzahlen.
  • darf die zur Ablegung einer Diplomprüfung oder insgesamt vorgesehene Studienzeit nicht mehr als ein Semester überschritten haben, es sei denn, der Grund hiefür liegt in einer Krankheit, Schwangerschaft, Pflege und Erziehung eines Kindes in den ersten sechs Lebensjahren, Behinderung, Präsenz- oder Zivildienst, Freiwilligenjahr (ab September 2016) oder in einem unvorhergesehenen oder unabwendbaren Ereignis, das der Studierende nicht selbst verursacht hat und das den Studienerfolg nachweislich beeinträchtigt hat. Unter bestimmten Voraussetzungen (Auslandsstudium, überdurchschnittlich aufwendige Diplomarbeit oder Dissertation, außergewöhnliche Studienbelastung) kann auf Ansuchen Studienbeihilfe für ein weiteres Semester bewilligt werden.
  • muss das jeweilige Studium vor Vollendung des 30. Lebensjahres begonnen haben. (Ausnahmeregelungen gibt es für SelbsterhalterInnen, Studierende mit Kindern und behinderte Studierende sowie bei Aufnahme eines Masterstudiums)
  • darf noch keine gleichwertige Ausbildung im In- oder Ausland absolviert haben. Ausnahmen bestehen für Kurzstudien und Doktorats- sowie Masterstudien.
  • darf das Studium nicht mehr als zweimal gewechselt haben. Ein Studienwechsel nach Absolvierung von mehr als zwei Studiensemestern (einem Ausbildungsjahr) kann zum vorübergehenden Anspruchsverlust führen. Für die Wartezeit wird die Zeit des längsten bisher betriebenen Studiums angerechnet (ab September 2016).
  • muss die erste Diplomprüfung (das erste Rigorosum) innerhalb der doppelten vorgesehenen Studienzeit zuzüglich eines Semesters absolviert haben.
  • muss die besonderen Regelungen für ein Doktorats- bzw. Masterstudium beachten.

Was wird gefördert?

Die Studienbeihilfe soll dazu dienen, dass jedem leistungswilligen und leistungsfähigen jungen Menschen der Zugang zu einem Studium ermöglicht wird, indem sie dazu beiträgt, soziale und regionale Barrieren zu überwinden.

Siehe auch https://www.stipendium.at/studienfoerderung/studienbeihilfe/

Zuschüsse

StudienbeihilfenbezieherInnen erhalten einen Versicherungskostenbeitrag in der Höhe von 19,- Euro für jeden Monat, für den eine Selbstversicherung in der Krankenversicherung gemäß besteht, ab dem auf die Vollendung des 27. Lebensjahres folgenden Monat.

StudienbeihilfenbezieherInnen erhalten einen Fahrtkostenzuschuss, die einen Teil der anfallenden Kosten, die im Zusammenhang mit dem Studium entstehen, ersetzen sollen. Dabei wird zwischen dem Allgemeinen Fahrtkostenzuschuss, dem Pendlerzuschuss und dem Heimfahrtzuschuss unterschieden.

Für nähere Informationen siehe Zuschüsse

Wie wird gefördert?

Die Auszahlung der Studienbeihilfe erfolgt monatlich.

Die Auszahlung der Versicherungskostenbeiträge erfolgt erst nach Ablauf des Zuerkennungszeitraumes, d.h. im Nachhinein.

Der Fahrtkostenzuschuss wird zehnmal ausbezahlt, in den Monaten August und September gibt es keinen Zuschuss.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Höhe der monatlichen Studienbeihilfe wird wie folgt berechnet:

monatliche Studienbeihilfe = (jährliche Höchststudienbeihilfe – Verminderungen) * 1,12 : 12, gerundet auf ganze EUR.

Die niedrigste monatliche Studienbeihilfe liegt bei € 5,-.

Höchstmögliche monatliche Studienbeihilfe (inkl. Erhöhungszuschlag) für

  • Studierende, die am Studienort wohnen müssen, weil die tägliche Fahrt vom Wohnsitz der Eltern zum Studienort und zurück zeitlich nicht zumutbar ist: € 679,-
  • Für Studierende, die über 27 Jahre alt sind, gilt unabhängig vom Wohnort ab September 2017 die erhöhten Studienbeihilfe: 679, -
    Ab September 2016 und solange die neue Regelung nicht gilt, erhalten über 27 Jährige einen Zuschlag von 30€, um den Wegfall zahlreicher Begünstigungen bis 27 Jahren abfedern zu können.
  • Studierende, deren Eltern verstorben sind: € 679,-
  • Studierende, die sich vor der ersten Zuerkennung einer Studienbeihilfe wenigstens 4 Jahre durch eigene Einkünfte zur Gänze selbst erhalten haben: € 679,- (siehe SelbsterhalterInnen-Stipendium)
  • verheiratete Studierende, Studierende in eingetragener Partnerschaft oder Studierende mit Kind: € 679,-
  • Studierende, für die keine der oben genannten Voraussetzungen zutrifft: € 475,-

Für behinderte Studierende gibt es erhöhte Studienbeihilfe. Der Erhöhungsbetrag richtet sich nach der Art und dem Grad der Behinderung. (siehe Behinderung)

Für Studierende, die zur Pflege und Erziehung mindestens eines Kindes gesetzlich verpflichtet sind, erhöht sich die Studienbeihilfe um monatlich € 112,- pro Kind.

Verminderungen:

Die jeweilige Höchststudienbeihilfe verringert sich

  • um den € 10.000,- übersteigenden Betrag des Jahreseinkommens des/der Studierenden (zumutbare Eigenleistung des/der Studierenden, siehe Zuverdienstgrenze).
  • um die zumutbare Unterhaltsleistung der Eltern und der Ehegattin / des Ehegatten oder der eingetragenen Partnerin / des eingetragenen Partners der/des Studierenden.
  • um den Jahresbetrag der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages; bei Studierenden über 24 Jahre (in Sonderfällen: über 25 Jahre) wird dieser Betrag nicht abgezogen.

Die AK Oberösterreich bietet mit dem Stipendienrechner die Möglichkeit, die staatliche Studienbeihilfe online zu errechnen (die Ergebnisse sind ohne Gewähr!).

Zur Höhe des Fahrtkostenzuschusses siehe Zuschüsse


Wichtige Termine

Wintersemester: 20. September – 15. Dezember
Sommersemester: 20. Februar – 15. Mai

Anträge innerhalb dieser Fristen wirken zurück auf den Semesterbeginn.

Damit ein Antrag als rechtzeitig eingebracht gilt, muss er spätestens am letzten Tag der Frist nachweislich zur Post gegeben werden (Datum des Poststempels).

Ausnahmen:
Für Studierende an medizinisch-technische Akademien und für Hebammenakademien gibt es nur eine Antragsfrist pro Studienjahr (je nach Beginn des Ausbildungsjahres nur Winter- oder Sommersemester).

Bei Antragstellung außerhalb der oben genannten Fristen wird diese erst ab dem Folgemonat wirksam.

Vorgehensweise

Wenden Sie sich in jedem Fall an Ihre zuständige Stipendienstelle, um abzuklären, ob Sie Anspruch auf Studienbeihilfe haben!

Informationen zum Thema wiederholte Zuerkennung („Systemantrag“) finden Sie hier. 

Die Zuerkennung des Versicherungskostenbeitrags erfolgt automatisch ohne eigenen Antrag.

Der Fahrtkostenzuschuss wird ebenfalls automatisch ohne gesonderten Antrag von der Studienbeihilfenbehörde an die StudienbeihilfenbezieherInnen angewiesen. Über die Zuerkennung erhalten Sie eine Mitteilung.

Kontakt

Alle Kontaktadressen in Österreich samt Beschreibung der Zuständigkeiten finden Sie unter Stipendienstellen.

Informationen zu den Änderungen, die mit September 2016 bzw. Jahresbeginn 2017 in Kraft treten finden Sie auch im Blog Arbeiten und Studieren der AK OÖ.

 Diese Informationen wurden zuletzt am 30.6.2016 aktualisiert.